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Comic-Salon Erlangen 2010 - Berichterstattung

Liebe Comic-Fans,

Das war mal wieder ein grandioser Comic-Salon mit tollen internationalen Gästen. Was die Redakteure so alles mit ihren Künstlern erlebt haben, das haben sie uns in kleinen Berichten zusammengefasst.

 

Flemming Andersen- Leuchtende Augen bei Kindern und den Fans

 

Nachdem wir auf den vergangenen Comic-Salons Elder Statesmen aus der Welt der Disney-Comics wie Don Rosa, Vicar, Giorgio Cavazzano und Marco Rota begrüßen durften, freuten wir uns dieses Jahr auf den Star einer neuen Generation: Flemming Andersen. Für den 42-jährigen war der Besuch in Erlangen der erste auf einer deutschen Messe und entsprechend lang waren die Schlangen bei seinen Signierstunden. In diesen Schlangen fanden sich nicht nur eingefleischte Comicfans sondern auch zahlreiche Kinder, die sich allerlei Enten aufs Papier zaubern ließen. Wie das so geht, das Zaubern aufs Papier, zeigte Flemming auf zwei Workshops, die rege besucht waren und den Zeichner noch immer vom Enthusiasmus seiner Erlanger Schüler schwärmen lassen. Wie alle Zeichner war Flemming vom bezaubernden Charme der fränkischen Kleinstadt angezogen und genoss das Sommerwetter, das Bier und die Parties am Abend und versprach, jederzeit wieder zum Comic-Salon kommen zu wollen.

 

François Boucq - Französischer Charme en masse! 
 



Der 54-jährige François Boucq, Zeichner des meisterhaften Western-Comics Bouncer, war begeistert vom Erlanger Comicsalon und der Atmosphäre, welche die ganze Stadt für 4 Tage erfüllte. Unendliche Geduld zeigte er bei den Signierstunden mit seinen Fans und nahm sich für jeden einzelnen viel Zeit für eine schicke Zeichnung.
Herr Boucq gönnte sich zwischendurch auch mal kleine Pausen, hat sich die Westernausstellung angesehen oder war plötzlich wie vom Erdboden verschluckt (Panik seitens der Redaktion!). Er tauchte jedoch (meistens) pünktlich wieder auf, mit einem schelmischen Gesichtsausdruck, als könne er kein Wässerchen trüben…
Es waren für uns großartige 4 Tage und Abende mit dem französischen Künstler, der mit seinen Späßen regelmäßig für schallendes Gelächter sorgte!
 
Thierry Gloris und Bennoît Dellac - Abgefackelt!

 

Da kommst du in ein Thai-Retaurant, bestellst ein Gericht, das nicht scharf sein soll und brauchst danach Unmengen Lösch-Cocktails, damit du nicht zur lebenden Fackel wirst. Ein Zwerchfell erschütterndes Erlangen-Erlebnis unserer Freunde Thierry Gloris, Autor, und Benoît Dellac, Zeichner von Missi Dominici, beide aus der Gegend um Toulouse. Thierry, ein freundlicher Typ, Vater von 3 Kids und Benoît, single und Ex-Punker, arbeiten sehr gut im Team und sind äußerst angenehme, lustige und bescheidene Künstler, mit denen man gerne unterwegs ist. Sei es zum Mittags-Snack, abends in geselliger Runde oder zu ganz später Stunde im "Schwarzen Ritter" zur After-Party, die beiden waren immer gut drauf. Aber nicht nur FUN wurde groß geschrieben, auch beim Signieren am Stand überzogen sie häufig ihre Zeiten im Dienste beeindruckter Fans.
 
Steve Cuzor - Ein bluesiger Rodeo-Rider

 

Was waren wir gespannt auf Steve Cuzor, der uns bereits vorab Fotos von seiner Bluegrass-Band und seiner "5-string-Banjo" geschickt hat! Und tatsächlich begegnete uns mit Steve Cuzor ein ebenso sympathischer wie lässiger Künstler, der obendrein eine ziemlich beeindruckenden Lebensgeschichte vorzuweisen hat: Mit 18 Jahren zog es ihn in die U.S.A., wo er das Land bereiste und irgendwann in einer Rodeo-Arena strandete. Dort entdeckte er seine Leidenschaft fürs Rodeoreiten, brach sich den ein- oder anderen Knochen und reiste dafür sogar schon einmal nach Deutschland! "You know, only few people know that you can do Rodeo in Germany" (Originalzitat Steve Cuzor). Jetzt zeichnet er wahrscheinlich gerade an der O’Boys-Fortsetzung in seinem kleinen ländlichen Häuschen in Rennes, während seine Frau die Seiten koloriert. Wenn Steve bei einem Glass Wein mit leuchtenden Augen über seine weiteren Pläne für O’Boys plauderte, merkte man gleich, wie viel Herzblut er in diesen Comic gelegt hat. Am Stand zeichnete er natürlich stets in standesgemäßer Latzhose!
 
und zu guter Letzt - Peter Puck

 

Peter Puck (links im Bild, neben Steve Cuzor) ist ein alter Salon-Hase. Seit dem zweiten Salon ("gefühlt etwa kurz nach Kriegsende") gehört Peter zu den Stammgästen und spätestens seit dem Gewinn des Max und Moritz-Preises 2002 zur Haute Volée der deutschen Comic-Landschaft. Auf die Frage nach seiner angenehmsten Erinnerung an Erlangen antwortete er: "Ich habe praktisch nur angenehmste Erinnerungen an Erlangen, außer an die Preisverleihung 2002, da hatte ich vor Aufregung fast einen Herzinfarkt!" Die Frage nach einem neuen RUDI-Album sollte man Peter lieber gar nicht erst stellen, denn "Um Leute, die diese Frage stellen, kümmert sich in der Regel Darko, mein serbischer Sicherheitsbeauftragter ..."
 
Bis zum nächsten Comic-Salon 2012!